Luxusimmobilien im Oberengadin: Was den Markt in St. Moritz zu einem der teuersten der Welt macht
Was macht St. Moritz zu einem der exklusivsten Immobilienmärkte der Welt, und wer kauft in einem Umfeld, in dem sich die Preise auf dem Niveau von Monaco oder Hongkong bewegen? In der neuen deutschsprachigen Folge des Resolve Podcasts spricht Host Jonas Eckl, Regionaldirektor Deutschschweiz & Ticino, mit Maximilian Stamm, Managing Partner von Engel & Völkers St. Moritz, über die Besonderheiten des Oberengadins, seine internationale Käuferschaft und die Entwicklung vom Wintersportort zum Ganzjahresstandort.
Die zentrale Botschaft: In St. Moritz verlässt man an der Spitze die klassische Immobilienbewertung und bewegt sich in einer eigenen Produktkategorie.
Vom Engadin in die Welt, und wieder zurück
Maximilian Stamm ist in der Region aufgewachsen und im Lyzeum Alpinum zur Schule gegangen, bevor ihn Universitäten in England, den USA und Spanien prägten. Nach Jahren in der strategischen Beratung für Luxuskonsumgüter in London kam er zu Engel & Völkers, wo er das Private Office neu konzipierte und den Markt in London und UK aufbaute. Seit rund drei Jahren führt er als Managing Partner die Lizenz für das Oberengadin. Ausgangspunkt bleibt für ihn die aussergewöhnliche natürliche Schönheit des Tals, die das eigentliche Rückgrat des gesamten Marktes bildet.
Ein Markt in eigenen Sphären
An der Spitze löst sich St. Moritz von der klassischen Immobilienbewertung und wird zur Produktkategorie. Laut dem zitierten Global-Report werden für das absolute Prime-Segment Durchschnittswerte von rund CHF 52'000 pro Quadratmeter genannt, ein Niveau, das St. Moritz mit Monaco und Hongkong vergleichbar macht. Maximilian Stamm ordnet solche Zahlen jedoch differenziert ein: Sie beziehen sich auf ein sehr eng gefasstes Spitzensegment und nicht auf den gesamten Markt.
Wer hier kauft, und warum die Knappheit den Wert treibt
Der Kundenkreis ist breit segmentiert, vom einheimischen Markt und Vermietungen bis zur internationalen Ultra-High-Net-Worth-Klientel. Rund die Hälfte der Kundschaft kommt aus wenigen Autostunden Entfernung: Deutschschweizer, Süddeutsche und Norditaliener. International prägen Engländer, historisch Griechen, der Mittlere Osten und zunehmend Brasilianer den Markt. Für viele dieser Käufer ist eine Immobilie hier nicht der zweite, sondern der dritte oder vierte Wohnsitz. Entscheidend ist die Knappheit: Aufgrund der Beschränkungen für ausländisches Wohneigentum sind Zweitwohnungen in bester Lage eine seltene Commodity, was ihren Wert zusätzlich erhöht.
Vom Wintersportort zum Ganzjahresstandort
St. Moritz war einer der ersten Winter-Sportorte, doch der Sommer gewinnt deutlich an Bedeutung. Frische Luft, kühle Temperaturen, Freiheit und Natur treffen aktuelle Megatrends, und angesichts der Hitze in Südeuropa entdecken immer mehr Gäste das Tal auch ausserhalb der Wintersaison. Manche Kunden verbringen inzwischen 7 bis 9 Monate im Jahr im Oberengadin und machen den Standort zum Lebensmittelpunkt. Zum Ganzjahresstandort fehlen noch Elemente wie eine durchgehende internationale Schule, doch der Trend ist klar erkennbar.
Community, Exklusivität und der Instagram-Moment
Neben der Landschaft treibt auch der exklusive Besitzerkreis die Preise. St. Moritz kombiniert ein exzellentes Skigebiet mit Besonderheiten wie dem einzigen Cresta-Kanal der Welt, renommierten Ski-Clubs und Events wie dem Polo und dem Ice auf dem gefrorenen See. Diese Kulisse kulminiert in wenigen intensiven Wochen pro Jahr und hat in Zeiten von Instagram eine zusätzliche Sichtbarkeit erhalten, die den Ort verändert und seine Position als globale Marke gefestigt hat.
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